And I Love Her

Sehr geehrte Damen und Herren, Freunde der Verzettelung, liebes Rudel, 

Das ist Arno. Obwohl Schreiberling, ist Arno jetzt nicht so der ausgesprochen kommunikative Bock. Er hat keinen sehr ausgeprägten Kontakt zum Rudel und will ihn wohl auch nicht. Das Zustandekommen von Unterhaltungen ist eher unwahrscheinlich, telefonisch oder per Mail ist Arno eigentlich gar nicht zu erreichen, allenfalls Zettel könnte man ihm zuschieben und dann auf eine Antwort hoffen. Mit Zetteln kennt Arno sich aus. Arno lebt in bescheidenen Verhältnissen und erhält sich so, wie er meint, seine intellektuelle Freiheit.

Es war also ein reichlich aufwendiges Unterfangen, gewissermaßen eine echte Zettelei, Arno zum Mitbloggen zu bewegen. Aber Pat Metheny und "And I Love Her" passten irgendwie auf  ein Stück Papier und die Welt von Arno. So hat er dann, nicht etwa so wie andere, sondern in einem Satzsystem, das zwischen Manie, Ironie und Mondfinsternis oszilliert, ein paar Zeilen zu Pat Methenys "And I Love Her" notiert.

Arno Bock, ein sonderlicher Bock
Der Sonderbock über "And I Love Her" in der Fassung von Pat Metheny

Fugato für die Melancholie einer Idealfigur“, Der Sonderbock über "And I Love Her" (Pat Metheny)

(Aufgeschrieben um 03:48h. Schlaflos. Kalter Kaffee. Kratzt wie Unmut im Rachen.)
Also dieses Gitarrending. Metheny. – & Ich?
And I Love Her.“ – (Wie rührend! Nein. Wie gut konstruiert.)
Beatles: einmalig simpel.
Metheny? Mehrdimensional, Verfranster, (aber mit Absicht) – fast so, als habe jemand den Song durch ein Prisma geschoben, & vergessen, die Scherben wieder zusammenzukehren.

Fängt an wie ein Atemzug aus altem Holz.
Warm. Aber auch – (wie sagt man's ohne zu lügen?) – melancholisch auf akustischem Niveau.
Da zupft einer nicht Noten, sondern Gesten.
Er spielt das, was man normalerweise nicht zu sagen wagt:
die „&“ zwischen den „I“s und „Her“s.
(Und dazwischen: Weltraum.
Pausen. Die langen grauen Felder aus Luft, in denen man sich nur verirren kann, wenn man schon verloren hat.)

Metheny also nimmt den Song –
(so eine Art Liebe auf Englisch, was nie gut ausgeht) –
& löst ihn auf.
In reines Gefühl.
In Musik, die von ihrer eigenen Erinnerung heimgesucht wird.

Ich hör’s & denke:
Das ist nicht Liebe.
Das ist die Vorstellung davon, wie es gewesen sein könnte, hätte man nicht all das gesagt, getan, verschwiegen.
Oder umgedreht.
Was bleibt, ist eine Melodie auf Zehenspitzen:
leichtfüßig wie Bedauern.

Es ist keine Interpretation.
Es ist ein Nachbild.
Wie wenn man zu lange in eine Lampe starrte,
& dann nur noch die Umrisse sieht.

Ich liebe sie.
Das heißt: Ich liebe die Idee davon, dass ich sie hätte lieben können.
Oder dass sie es war.
Oder dass ich es war.
(Metheny spielt genau diesen Moment.
Dazwischen.
Vorbei.)

ENDE. (Wiedergabe: erneut. Nacht: noch da.)

 

Arno Bock

 

Rhytnmisch kuscheln mit dem Kuschelbock! Hören Sie "And I Love Her" (Pat Metheny) selbst: In der Kuschelbock Playlist bei Spotify