Dancing Away in Tears

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Lübecker, verehrte Kenner der subtilen Ambivalenz, liebes Rudel,

der da, auf dem Bild, ist der große Thomas Bock. Sie sehen den großten Schriftsteller vor seinem Zauberberg in der karibischen Schweiz. Den hat er aus dem Verkauf der Filmrechte an seinem Romanerfolg "Buddenbocks" finanziert. "Dancing Away in Tears" von Yola har er, in der für ihn typischen Mischung aus Bewunderung, Ironie und distanzierter Innerlichkeit bewertet.

Thomas Bock, der Billdungsbock
Thomas Bock, der Billdungsbock, über "Dancing Away In Tears" von Yola
 

Vom Anstand der Empfindung“ - Der Bildungsbock über "Dancing Away in Tears" von Yola

Es gibt jene seltenen Stücke Musik,
die eine Melancholie verströmen,
so kultiviert,
so wohltönend,
so stolz,
dass man sie fast für Glück halten könnte.

Dancing Away in Tears ist ein solches Lied.

Ein Tanzlied, gewiss –
doch nicht von jener ordinären Sorte,
die die Körper betäubt.
Nein, dies ist der Tanz einer Person,
die weiß, dass sie geht.
Nicht aus Trotz,
nicht aus Flucht,
sondern aus Erkenntnis.

Yola,
diese Stimme von bemerkenswerter Tiefe und Würde,
trägt das Lied wie ein Trauerflor über einem Ballkleid.
Sie singt nicht, sie erklärt
mit jener gebändigten Leidenschaft,
die ich immer für die höchste Form des Ausdrucks hielt.

We’re dancing away in tears“ –
was für ein Satz!
Ein Paradox, so nobel,
dass es in einen Roman über verbotene Gefühle gehören müsste.
Es ist ein Geständnis mit Contenance,
eine Kapitulation mit Haltung.

Hier offenbart sich jene wahrhaft künstlerische Seele,
die nicht einfach leidet,
sondern sich beobachtet beim Leiden –
und in dieser Distanz Trost findet.

Die Musik dazu –
rhythmisch zurückgenommen,
fast wie ein zeremonielles Wippen –
bildet einen Rahmen,
in dem die emotionale Wahrheit
mit ästhetischer Höflichkeit serviert wird.

Man tanzt,
weil man gehen muss.
Man lächelt,
weil Tränen sonst zu sehr entblößen würden.
Und man singt –
nicht, um zu klagen,
sondern um dem Schmerz die Form zu geben,
die ihn erträglich macht.

Dancing Away in Tears ist ein Kunstwerk der Empfindung –
wie ein guter Tod inmitten des Lebens,
ein Abschied,
dessen Würde aus dem Wissen kommt,
dass nichts von Dauer ist
und doch alles Stil haben kann.


XOXO
Thomas Bock


Rhythmisch kuscheln mit dem Kuschelbock! Hören Sie "Dancing Away in Tears" von Yola selbst: In der Kuschelbock Playlist bei Spotify