Grease

Liebe Leserinnen und Leser, liebe Zukunfts-Former und Freunde der sozialen Plastik, liebes Rudel,

wenn sich einer mit Grease, also Fett, auskennt, dann ist es Joseph Heinrich Bock. Heinrich, der Kunstbock, ist Aktionskünstler, Bildhauer, Zeichner, Kunsttheoretiker und Kunstprofessor und in all diesen Eigenschaften auch legendärer Gestalter ausdrucksstarker Fettecken. Lesen Sie hier über "Grease" in der Version von Flo Morrissey & Matthew E. White. Eine weniger kunstvolle Besprechung gibt es beim Guardian.

Joseph, der Kunstbock
Joseph Bock, der Kunstbock, über "Grease"

 

"Über das Fett, das in der Stimme bleibt" - Der Kunstbock über "Grease" in der Version von Flo Morrissey & Matthew E. White

Zunächst:
Die Kategorie „Song“ ist hier nur als Platzhalter zu verstehen.
Denn das, was Morrissey und White tun,
hat nichts zu tun mit Nostalgie, mit Glätte,
mit jenem amerikanischen Hüftbeweis aus den 70ern,
der sich so schamlos an den Chrom seiner Zeit geschmiegt hat.

Nein.
Was wir hier hören,
ist kein Revival.
Es ist eine Konversion.
Oder, mit Verlaub, eine plastische Operation im Feld der Wärme.

„Grease is the word.“
So beginnt es.
Und ich – der ich weiß, was Fett ist,
was Wärme bindet,
was Energie speichert –
ich sage euch:
Sie haben recht.
Aber sie meinen nicht das Wort,
sie meinen die Substanz.

Fett ist nicht die Oberfläche.
Fett ist das Gedächtnis des Körpers.
Und dieser Song,
in der träge sich wiegenden, fast schon sakralen Verlangsamung,
führt uns genau dort hin:
In den Rückstand des Begehrens.
In das, was bleibt,
wenn der Glanz verschwunden ist.
In das, was an den Händen haftet,
wenn man zu tief gegriffen hat.

Die Stimmen –
sie kommen nicht aus dem Mund,
sie kommen aus einem Raum,
der zwischen Kehle und Vorstellungskraft liegt.
Sie sind warm,
aber nie gefällig.
Sie tropfen,
aber sie glänzen nicht.

Hier ist nichts aufpoliert.
Hier wird nichts verkauft.
Hier wird umgeschichtet –
vom konsumierbaren Entertainment
zur spirituellen Skulptur im Klangraum.

Ein ehemaliges Musicalstück,
so leicht, so schaumig wie ein Friseurbesuch,
wird durch diese Version umkodiert.
Es wird – ja – zum Fettkörper,
zum Depot einer anderen Sprache.
Und ich höre darin nicht Travolta,
nicht Olivia,
nicht High School und Pomade.
Ich höre das Zähe,
das Beharrliche,
das Schmierige der Liebe,
die nicht ideal ist,
sondern klebt.
Am Laken.
Am Ohr.
Am Innersten.

Morrissey singt wie durch eine Wand aus Vaseline.
White antwortet,
nicht als Duettpartner,
sondern als Seismograph.
Beide tragen nicht vor –
sie transformieren.

Und das ist der Punkt:
Jeder Bock ist ein Künstler,
habe ich gesagt.
Auch der, der einen Song dekonstruiert,
um ihn dann neu zu falten
und ihn in eine neue Temperatur zu überführen.

Diese Version ist nicht „langsamer“.
Sie ist dichter.
Sie ist viskoser.
Sie zeigt uns:
Das wahre „Grease“ ist nicht das, was glänzt –
es ist das, was haftet.

 

XOXO
Joseph Bock

 

Rhythmisch kuscheln mit dem Kuschelbock! Hören Sie "Grease" in der Version von Flo Morrissey & Matthew E. White selbst: In der Kuschelbock Playlist bei Spotify