Our Day Will Come
Veehrte Leserschaft, verehrte Wortführer des Widerstands, Freunde der Entschlossenheit, liebes Rudel,
Winston ist ein weiteres politisches Schwergewicht unter den politischen Schwergewichten. Winston ist selten still, wenn er spicht.
Seine Sätze sind wie Ziegelsteine, mit denen ganze Generationen des
Waldgetiers ihre Hoffnung pflasterten. Sir Winston Buck ist aber auch
ein Bock mit einem erstaunlich komplexen Verhältnis zu Melancholie. Denn
unter seiner Zähigkeit liegt stets auch ein dunkler See. Und dort,
genau dort, erklingt "Our Day Will Come" – in der Version von Amy
Winehouse, dieser begnadeten Stimme aus dem Nebel zwischen Jazzclub und
Klinikflur.
![]() |
| Winston Buck, der Premierbock, über "Our Day Will Come" |
Winston Buck über "Our Day Will Come" von Amy Winehouse
Ein kleiner Triumph über große Dunkelheit
Ich habe viele Reden gehalten.
Zu vielerlei Rotwild.
Über sehr viele Tage, die kommen sollten.
Manche sind gekommen.
Andere – nun ja.
Sie warten noch.
Wenn nun Miss Winehouse mit ihrer rauchgetränkten Stimme davon spricht,
dass „unser Tag kommen wird“,
dann tut sie das nicht mit der Pose des Zuversichtlichen.
Sondern mit dem klugen Schmerz derer, die wissen,
dass Hoffnung ein Risiko ist –
aber eines, das man dennoch täglich eingeht.
Ihre Stimme –
sie klingt nicht, wie ich es von den Sirenen des Empire gewohnt war.
Nicht klar, nicht strahlend.
Sie klingt wie ein Motor nach der Landung –
warm, zitternd, nicht ganz heil,
aber sie läuft.
„Our day will come / And we'll have everything“
Das sind keine leeren Worte.
Das ist keine Versprechung auf Sieg.
Es ist eher ein Flüstern an der Frontlinie des Lebens.
Ein kleiner Pakt zwischen Zweien,
die wissen, dass die Welt nicht gerecht ist –
aber dass sie sich zumindest einen Moment stibitzen können.
Und manchmal ist ein gestohlener Moment mehr als ein gewonnenes Jahrzehnt.
Musikalisch?
Ach, ich bin kein Fachmann.
Aber ich höre, was zählt:
Es ist schlicht.
Ohne Pomp.
Wie Tee ohne Zitrone.
Wie eine Zigarette ohne Feuerzeug, aber mit Hoffnung.
Miss Winehouse macht aus dem alten Ruby-&-the-Romantics-Stück keinen Marsch.
Kein Warten auf den Regenbogen.
Sondern ein Innehalten.
Ein Trotzlächeln im Dämmerlicht.
Eine Erinnerung daran, dass auch fragiles Rotwild triumphieren kann–
auf seine Art.
Und in einer Welt, die so oft das Gebrüll belohnt,
ist dieses Lied ein Denkmal des sanften Glaubens.
Man sollte es öfter spielen.
Nicht nur im Radio.
Sondern in den Herzen jener,
die noch auf ihren Tag warten.
XOXO
Winston Buck
Rhythmisch kuscheln mit dem Kuschelbock! Hören Sie "Our Day Will Come" von Amy Winehouse selbst: In der Kuschelbock Playlist bei Spotify
