Paradise Circus

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Unschärfe, werte Kenner des Kommutators, liebes Rudel,

es ist ein bisschen ruhig geworden um Werner Bock, den Quantenbock, den Architekten der Unschärfe. Denn nachdem Walter White 2008 unter Missbrauch der Identität des guten Werners einen Drogenkrieg in Albuquerque, New Mexico auslöste, ist Werner sehr vorsichtig geworden, geht ohne Personenschutz nicht mehr aus dem Haus (viele sind betroffen) und hält sich sehr zurück mit öffentlichen Statements. Für uns hat er aber eine Ausnahme gemacht und in seiner für ihn typischen Manier Paradise Circus“ von Massive Attack berechnet. 

Werner Bock, der Quantenbock
Werner Bock, der Quantenbock, über "Paradise Circus" von Massive Attack

 

 Im Dunkel der Gewissheit“ - Der Quantenbock über "Paradise Circus" von Massive Attack

Wenn wir ein Teilchen beobachten,
verändert sich sein Zustand.
Wenn wir einem Gedanken nachgehen,
verliert er seine Unschuld.
Wenn wir einem Lied zuhören –
wie diesem –,
merken wir:
Nicht alles ist messbar.
Aber alles ist wirksam.

Paradise Circus beginnt wie ein Experiment im Vakuum:
eine Stimme, beinahe fragmentarisch,
ein Takt, der sich nicht festlegt,
ein Tonraum, der pulsiert wie ein System kurz vor der Symmetriebrechung.

Hope Sandovals Stimme schwebt durch diese Anordnung wie ein Teilchen durch eine Nebelkammer:
Sie hinterlässt Spuren,
aber keine Position.
Sie ist – wie jedes gute Symbol –
nicht Ort, sondern Wahrscheinlichkeit.

Love is like a sin, my love...“
Nicht Urteil, nicht Ethik.
Sondern: ein Phänomen.
Entstanden im Wechselspiel von Nähe und Abstand,
von Anziehung und Verlust.
In der Sprache der Quanten:
Verschränkung.

Denn Liebe, so wie sie hier erklingt,
ist nicht Ursache und Wirkung.
Sie ist ein Zustand,
der erst beim Hinhören entsteht.
Wie das Elektron, das sich nicht festnageln lässt,
existiert auch dieser Song nur im Dazwischen:
zwischen Begehren und Erinnerung,
zwischen Klarheit und Ahnung.

Das Arrangement?
Keine Kulisse –
sondern ein Raum-Zeit-Gefüge,
in dem Sinn nicht linear verläuft,
sondern interferiert.

So bleibt am Ende keine Botschaft,
sondern ein Feld.
Ein Klangfeld.
Ein Paradies,
das nur existiert,
weil wir es verloren haben.

Und die Musik?
Sie fließt weiter.
Nicht, um zu erklären.
Sondern:
um spürbar zu machen,
dass selbst das Ungewisse
seine eigene Schönheit hat.

 

XOXO
Werner Bock

 

Rhythmisch kuscheln mit dem Kuschelbock! Hören Sie "Paradise Circus" von Massive Attack selbst: In der Kuschelbock Playlist bei Spotify