Paradise Circus
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Unschärfe, werte Kenner des Kommutators, liebes Rudel,
![]() |
| Werner Bock, der Quantenbock, über "Paradise Circus" von Massive Attack |
„Im Dunkel der Gewissheit“ - Der Quantenbock über "Paradise Circus" von Massive Attack
Wenn wir ein Teilchen beobachten,
verändert sich sein Zustand.
Wenn wir einem Gedanken nachgehen,
verliert er seine Unschuld.
Wenn wir einem Lied zuhören –
wie diesem –,
merken wir:
Nicht alles ist messbar.
Aber alles ist wirksam.
Paradise Circus beginnt wie ein Experiment im Vakuum:
eine Stimme, beinahe fragmentarisch,
ein Takt, der sich nicht festlegt,
ein Tonraum, der pulsiert wie ein System kurz vor der Symmetriebrechung.
Hope Sandovals Stimme schwebt durch diese Anordnung wie ein Teilchen durch eine Nebelkammer:
Sie hinterlässt Spuren,
aber keine Position.
Sie ist – wie jedes gute Symbol –
nicht Ort, sondern Wahrscheinlichkeit.
„Love is like a sin, my love...“
Nicht Urteil, nicht Ethik.
Sondern: ein Phänomen.
Entstanden im Wechselspiel von Nähe und Abstand,
von Anziehung und Verlust.
In der Sprache der Quanten:
Verschränkung.
Denn Liebe, so wie sie hier erklingt,
ist nicht Ursache und Wirkung.
Sie ist ein Zustand,
der erst beim Hinhören entsteht.
Wie das Elektron, das sich nicht festnageln lässt,
existiert auch dieser Song nur im Dazwischen:
zwischen Begehren und Erinnerung,
zwischen Klarheit und Ahnung.
Das Arrangement?
Keine Kulisse –
sondern ein Raum-Zeit-Gefüge,
in dem Sinn nicht linear verläuft,
sondern interferiert.
So bleibt am Ende keine Botschaft,
sondern ein Feld.
Ein Klangfeld.
Ein Paradies,
das nur existiert,
weil wir es verloren haben.
Und die Musik?
Sie fließt weiter.
Nicht, um zu erklären.
Sondern:
um spürbar zu machen,
dass selbst das Ungewisse
seine eigene Schönheit hat.
XOXO
Werner Bock
Rhythmisch kuscheln mit dem Kuschelbock! Hören Sie "Paradise Circus" von Massive Attack selbst: In der Kuschelbock Playlist bei Spotify
