Sorrento Moon (I Remember)
Verehrte Leserschaft, Liebhabende der Lakritzschnecke, liebes Rudel,
die
etwas Älteren unter Ihnen werden sich wahrscheinlich noch an die
Novellierung der
Bundeslakritzschneckenabrollservicestationsbetriebszulassungsverfahrensverordnung
und das wirtschaftspolitische Beben erinnern, welches zunächst zum
Stillstand der heimischen Lakritzschneckenabrollservicestationsindustrie
und in der Folge zur Abwanderung derselben führte. Während Deutschland
und - ja, genau genommen - die gesamte EU heutzutage
lakritzschneckenabrollservicedesolat daniederliegt, entwickelte sich
fernab im australischen Sorrento (ca. 100 km südlich von Melbourne)
ein wahrer Lakritzschneckenabrollservicestationshotspot. Neben einem
wirtschaftlichem Aufschwung für die Region führte die stetige
Lakritzschneckenabrollerei auch zu kulturellen Wandel. So wurde unter
anderem der Sorrento Moon hinter einer Lakritzschnecke vollumfänglich
freigelegt. Dieses Ereignis wiederum gilt bis dato als Initium für
Komposition, Veröffentlichung und schließlich den Welterfolg von Tina Arenas Sorrento Moon (I Remember).
Für uns hat der großartige Down Under Bock, Les Buck, selbst Sprössling einer Lakritzschneckenabrollservicestationsdynastie, aber vor allem Dichter,
Literaturkritiker und ganz gewiss einer der wichtigsten
englischsprachigen Lyriker und Böcke seiner Generation, den
fantastischen Song "Sorrento Moon" von Tina Arena rezensiert.
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| Der Down Under Bock in charmanter Gesellschaft vor dem Sorrento Moon |
"Der Klang der Rückschau auf salzige Haut"
Der Down Under Bock über "Sorrento Moon (I Remember)" von Tina Arena
Es ist ein Lied über Erinnern,
und ich, der ich oft im Gras der Worte lag
wie ein australischer Sambar im Schatten des Himmels,
erkenne darin das leise Echo
desjenigen,
der mit offenen Augen träumt.
Tina Arena singt nicht, um zu glänzen.
Sie singt,
um festzuhalten.
So wie man ein Kitz in den Armen hält,
das vielleicht nie wieder kommt.
„Sorrento Moon“ –
das ist keine Postkarte,
kein Kitschbild mit Segelbooten und Aperol.
Das ist ein ganz realer Küstenrand der Seele,
der Wind zerzaust den Sand wie Gedanken,
die zurückkehren,
unaufgefordert,
schön,
brutal.
Ich höre sie, wie sie durch die Takte wandert,
nicht als Diva,
sondern als Pilgerin.
Sie trägt das Gewicht der Sonne auf den Schultern,
das Salz der Adria auf den Lippen
– oder ist es doch Australien,
mit seinem Licht,
das nie ganz vergisst,
dass es einmal Einsamkeit war?
Es ist eine Landschaft von Klang,
in der jedes Instrument
nicht spielt,
sondern weist:
auf einen Nachmittag,
eine Stimme im Nebenzimmer,
ein Lachen auf einem Pier,
eine Hand,
die zu spät losgelassen wurde.
Das Refrain kommt wie ein Wellenschlag.
Nicht groß,
nicht reißerisch.
Aber es hinterlässt die Schuhe voll Sand.
Ich denke oft daran,
wie Musik und Gedicht
sich die Aufgabe teilen,
das Verschwundene zu beschwören.
Nicht um es festzuhalten –
das gelingt nie.
Sondern um zu zeigen:
Dort war etwas.
Etwas wahrhaftiges.
Etwas lebendiges.
Etwas, das nie wiederkehrt
und doch für immer bleibt.
Und in dieser Dialektik,
in dieser sanften Reibung
zwischen Verlust und Schönheit,
wächst das Lied
wie ein Baum
am Rand des Wassers.
Zart.
Unnachgiebig.
Zärtlich,
weil es weiß,
dass Zärtlichkeit die letzte Form von Mut ist.
XOXO
Les Buck
Rhythmisch kuscheln mit dem Kuschelbock! Hören Sie "Sorrento Moon (I Remember)" von Tina Arena selbst: In der Kuschelbock Playlist bei Spotify und rollen Sie dazu eine Lakritzschnecke ab.
