The Fall
Sehr geehrte Damen und Herren, werte Experten der akkuraten Planung und Recherche-Spezialisten, liebes Rudel,
Frederick Buck ist der Bock der größeren Lageeinschätzung. Der ehemalige RAF-Pilot, Nachrichtenoffizier und Schöpfer weltumspannender Thriller-Architekturen, mit einem Faible für militärische Satellitentechnik, einem verschlüsselten Substack und der Überzeugung, dass sich 90 % aller Böcke durch ihre Metadaten enttarnen lassen, vertraut keiner Cloud, keinem Algorithmus und keinem Song – es sei denn, dieser lässt sich hören wie ein Dossier: unterkühlt, exakt, aber nicht ohne emotionales Echo. Sein aktuelles Objekt der Betrachtung: „The Fall“ von Rhye – ein Lied, das wie ein Leck in einem gut abgeschotteten System wirkt. Und genau deshalb seine Aufmerksamkeit weckt.
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| Der Aufklärungsbock über "The Fall" von Rhye |
Der Aufklärungsbock sinniert über „The Fall“ von Rhye
(Ein Gedankengang in Form eines Lageberichts)
Ich
höre Musik selten der Musik wegen. Meist, weil sie irgendwo spielt – in
einem Fahrstuhl in Dubai, in einer Bar in Nairobi, in den Lautsprechern
eines Mietwagens, dessen GPS ich längst deaktiviert habe.
Aber dieser Song. „The Fall“. Rhye. Er kam nicht aus Lautsprechern. Er kam wie eine Observation. Und blieb.
Es
beginnt wie der Anfang eines dekodierten Signals. Ein paar
Pianoanschläge – nicht emotional, nicht sentimental, sondern klinisch.
Als würde jemand mit einem Skalpell durch die Atmosphäre schneiden. Dann
diese Stimme, merkwürdig unentschieden im Geschlecht, wie aus einem
Grenzgebiet – weich, aber präzise, fast künstlich.
In der Welt der Aufklärung lernt man schnell: Verwirrung ist kein Fehler. Sie ist ein Werkzeug.
„Make love to me one more time before you go away.“
Kein Befehl. Kein Flehen. Eine Feststellung. Fast wie die Übergabe eines
Objekts an einem neutralen Ort. Etwas wird ausgesprochen, weil es
gesagt werden muss. Ohne Pathos. Ohne Garantie auf Erwiderung.
Der Song ist durchzogen von einer Art ästhetischem Understatement, das man sonst nur aus sehr gut gemachten verdeckten Operationen kennt. Nichts ragt heraus. Keine Übersteuerung. Kein impulsiver Klang. Alles ist gedeckelt, kontrolliert – aber nicht tot. Das ist der Unterschied.
Man spürt, dass in diesem Song eine Geschichte liegt. Aber sie wird nicht erzählt. Nur skizziert. Als müsste sie erst abgetastet werden wie eine Mine unter einer Staubschicht. Die Protagonisten – sie könnten aus einem meiner Romane stammen: Zwei Menschen, voneinander beschädigt, voneinander abhängig, in jenem prekären Zustand, den man gemeinhin Liebe nennt, der in Wahrheit aber oft ein Geflecht aus Schuld, Wiederholung und logistischen Hindernissen ist.
„I'm falling, I'm falling for you“ – nicht geschrien, nicht erklärt. Sondern lediglich registriert. Als wäre das Fallen eine taktische Bewegung. Oder ein Kontrollverlust, der sich längst ereignet hat, bevor es jemand bemerkt.
„The
Fall“ klingt wie der musikalische Abdruck eines Moments kurz vor dem
Abbruch einer Operation. Jemand steht am Rand eines Flugfelds, ein
Signal ist ausgeblieben, der Funk ist still – und doch weiß man:
Irgendetwas hat sich verändert.
Das ist kein Song für das Autoradio.
Es ist ein Song für diejenigen, die wissen, dass auch ein Flüstern eine
Waffe sein kann. Und dass manchmal die leisen Gesten tödlicher sind als
der Knall.
XOXO
Frederick Buck
Rhythmisch kuscheln mit dem Kuschelbock! Hören Sie „The Fall“ von Rhye selbst: In der Kuschelbock Playlist bei Spotify
Der Kuschelbock merkt an: Wo unsereins die Lage längst sondiert, ja vollumfänglich aufgeklärt hat, fischt man beim beatblogger noch im Trüben und wittert Geheimnisse. Pft....
