4 and 20

Verehrte Leserschaft, werte Kenner der kosmischen Entropie, geliebtes Rudel,

Hier sehen Sie den allseits beliebten Stephen vor dem Objekt seines Interesses - einem schwarzen Loch. Stephen ist Physiker, Astrophysiker und Mathematiker, gilt allgemein als das Mastermind unter uns Böcken. Nahezu spielerisch vermittelt er Erkenntnisse über den Urknall, Schwarze Löcher und die Quantenphysik. Aber was passiert, wenn ein Bock, der schwarze Löcher beschreibt, auf ein Lied blickt, das ein schwarzes Loch fühlt? Stephen Buck über "4 and 20" von Joss Stone.

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Stephen, der Lochbock, über "4 and 20" von Joss Stone
 

Eine kurze Geschichte des Schmerzes“ - Der Lochbock über "4 and 20" von Joss Stone

Es ist ein seltsames Gefühl, wenn etwas in der Stimme eines Menschen schwingt, das sich der Sprache entzieht – selbst der mathematischen.
Ich habe mein Leben lang versucht, die Wirklichkeit in Formeln zu fassen.
Doch als ich 4 and 20 von Joss Stone hörte, musste ich erkennen:
Manche Singularitäten lassen sich nicht berechnen. Nur ertragen.

Joss Stone singt von einer Frau, die in einem Zimmer sitzt – vierundzwanzig Jahre alt, mit nichts als Schmerz.
Das ist nicht ungewöhnlich.
Was ungewöhnlich ist: wie sehr dieser Schmerz den Raum krümmt.
Wie er die Zeit verlangsamt.
Wie er aus einer persönlichen Geschichte eine Gravitationsquelle macht, die das Ich verschluckt.

Ich habe viel über Zeit geschrieben.
Über ihre Richtungen. Ihre theoretische Umkehrbarkeit.
Aber 4 and 20 handelt von der erlebten Zeit.
Von Minuten, die sich ausdehnen wie Galaxien, weil niemand antwortet.
Von einem Alter, das nicht jung ist, sondern ungeschützt.
Von vierundzwanzig Jahren, die wie eine Epoche wirken – nur weil niemand sie sieht.

Der Song ist musikalisch einfach.
Ein paar Akkorde. Eine Stimme, die kratzt wie kosmische Hintergrundstrahlung.
Aber gerade diese Schlichtheit macht ihn – physikalisch gesprochen – zu einem Ereignishorizont:
Man hört ihn, man fühlt ihn – aber man kommt nicht wieder heraus.
Etwas bleibt zurück.
Eine Delle in der emotionalen Raumzeit.

Vielleicht ist das Lied keine Frage. Vielleicht ist es eine Konstante.
So wie Lichtgeschwindigkeit. Oder die Einsamkeit eines denkenden Wesens.

Ich habe einmal gesagt, dass selbst schwarze Löcher nicht ewig schweigen müssen – dass Information, entgegen allem, doch entweichen kann.
4 and 20 ist das musikalische Äquivalent dieser Hoffnung:
Ein einziger, durch Mark und Zahl gehauener Ruf – dass man gehört wurde.
Dass etwas bleibt, auch wenn alles andere längst kollabiert ist.

Am Ende bleibt Stille.
Aber nicht die Leere – sondern eine Art Erkenntnis.
Nicht über die Welt.
Sondern über das Bewusstsein, das sie bewohnt.

 

XOXO
Stephen Buck

 

Rhythmisch kuscheln mit dem Kuschelbock! Hören Sie "4 and 20" von Joss Stone selbst: In der Kuschelbock Playlist bei Spotify