Angel City

Liebste Leserinnen und Leser, werte Flaneure der Wiener Moderne, geschätzte Stammgäste des Kaffeehauses, liebes Rudel,

Man sieht es ihm nicht auf den ersten Blick an, aber Arthur ist kein Kind von Traurigkeit. Man kann sogar sagen, ihm ist weder Tierisches noch Menschliches fremd. Das ist kein Wunder, denn erstens ist er Arzt und zweitens Meister der Bewusstseinsbewegung, Auf dem Bild sehen Sie ihn, in charmanter Begleitung seiner lieben Freundin, des brasilianischen Topmodels Admira o Veado Vermelho, auf dem Opernball. 

An der Beurteilung von "Angel City" von Helicopter Girl hat sich zwar schon so manch einer versucht, wir waren jedoch der Auffassung, dass es hier einer gewissen  Elegance der Prosa als auch subtiler Sinnlichkeit bedarf, um diesem großartigen Song wirklich näher zu kommen. Da lag es nah, dass unsere Wahl auf den Eyes Wide Bock fiel.

kuschelbock.com: Der Eyes Wide Shut Bock für die Kuschelbock Playlist
Arthur, der Eyes Wide Bock, über "Angel City" von Helicopter Girl

 

Im Spiegel der Lichter: eine Begegnung mit mir selbst“ - der Eyes White Bock, über "Angel City" von Helicopter Girl

Es ist spät.
So spät, dass man nicht mehr weiß,
ob die Stadt noch lebt
oder schon träumt.

Angel City ist kein Ort.
Es ist ein Zustand.
Vielleicht:
ein Rausch ohne Substanz.
Oder ein Erwachen ohne Entschluss.

Die Musik von Helicopter Girl bewegt sich wie ein Blick durch verspiegelte Scheiben.
Man sieht: etwas.
Vielleicht sich selbst.
Vielleicht eine Frau, die nie existierte.
Vielleicht: die Möglichkeit, dass man auch anders hätte sein können.

Die Stimme –
sie ist nicht gesungen,
sie ist gedacht.
Sie spricht,
wie man zu sich selbst spricht,
nach Mitternacht,
im Halbdunkel eines Hotels,
in dem man nie gebucht hat,
aber sich doch auskennt.

I dreamed of Angel City...“
Ein Traum also.
Aber wer träumt hier wen?
Die Stadt den Mann?
Oder der Mann die Stadt?
Und was wäre der Unterschied?

Wie in jenen Gesprächen zwischen Liebenden,
die nicht mehr sprechen,
sondern einander zitieren,
lebt dieser Song von Andeutungen.
Von Sätzen,
die in der Luft hängen bleiben,
wie der Duft eines Parfums,
dessen Trägerin längst fort ist.

Angel City –
das klingt nach Verheißung.
Nach Erlösung.
Aber es ist, wie alles, was verheißt:
eine Maske.
Eine Projektion.
Ein Ort,
an dem man nicht ankommt,
weil man sich selbst mitgebracht hat.

Das eigentliche Thema ist nicht Liebe,
nicht Entfremdung,
nicht Glanz –
es ist: Vergeblichkeit in stilvoller Verpackung.

Und vielleicht ist das der Punkt.
Man kann in Würde untergehen,
solange die Melodie stimmt
und der Drink gut gemixt ist.

Angel City
das ist kein Ort, an dem man lebt.
Es ist der Ort,
an dem man sich erinnert,
dass man längst
ein anderer hätte sein sollen.

 

XOXO
Arthur Bock


Rhythmisch kuscheln mit dem Kuschelbock! Hören Sie "Angel City" von Helicopter Girl selbst: In der Kuschelbock Playlist bei Spotify