King

Liebe Leserinnen, liebe Leser, liebe Café-Flore-Gäste und Kämpfer für die totale Freiheit, geliebtes Rudel.

Natürlich hätten wir es uns leicht machen können und diesem Posting einfach den einen oder anderen Link - hierhin oder dahin - voranstellen können. Fertig, Deckel drauf, wird schon passen. Aber: Böcke, insbesondere Kuschelböcke, sind von Hause aus eben auch Feministen. Daher haben wir die Analyse dieses so großartigen Songs "King" von Florence + the Machine in die allerallerallerbesten Hände gegeben.

Simone (Schriftstellerin und Philosophin)  gilt weithin als die scharfsinnige Architektin der existenziellen Frauenfrage, schreibt nicht von der Liebe, wie man sie fühlt, sondern wie sie denkt.  Und denkt, das heißt bei ihr: zergliedern, entlarven, befragen – nicht um Romantik zu töten, sondern um sie vom Mythos zu befreien. Hier feiert Simone "King" von Florence + the Machine nicht etwa als feministisches Manifest, sondern als Ausdruck einer Erfahrung im Übergang.

kuschelbock.com: Die existenzialistische und feministische Hirschkuh für die Kuschelbock Playlist
Simone la Biche, existenzialistische und feministische Hirschkuh, über "King"

Simone la Biche über King von Florence + the Machine
(Ein Lied über das Aufbrechen des Mythos „Frau“)

„I am no mother, I am no bride – I am king“

Das ist keine Provokation.
Es ist eine Diagnose.

Florence Welch hat erkannt,
was wir seit Jahrzehnten zu sagen versuchen:
dass die Rolle der Frau nicht in der Wahl zwischen Care-Arbeit und Karriere liegt,
sondern in der Weigerung, dass daraus überhaupt ein Widerspruch gemacht wird.

Sie nimmt sich das Wort King,
weil Queen zu sehr nach Dekor klingt,
nach Nebenrolle, nach Zeremoniell.
King ist das Monopol auf Handlung,
auf Macht,
auf Geschichte.
In diesem Lied geht es nicht um Emanzipation –
es geht um Selbstsetzung.
Eine, die nicht bittet,
sondern benennt.

Die musikalische Sprache ist nicht sanft,
nicht feminin im klassischen Sinne.
Sie ist eruptiv, ekstatisch, fast archaisch.
Das ist keine Chansonnière,
das ist eine Priesterin im Bruchmoment.
Man hört, wie sie an der Decke der Konstruktion kratzt,
mit bloßen Händen.

Es ist auch kein Lied der Anklage.
Es ist ein Lied der Transzendenz
nicht im religiösen Sinn,
sondern im existenziellen.

Florence singt nicht davon,
eine Frau zu sein.
Sie singt davon,
es nicht mehr sein zu müssen,
nach Definitionen anderer.
Und in diesem Moment wird sie nicht Individuum,
sondern Entwurf.

Wie Sartre gesagt hätte:
Sie ist zur Freiheit verurteilt –
aber sie hat das Urteil angenommen.
Und aus dem Urteil einen Titel gemacht:
König.


XOXO
Simone la Biche

„Dies ist nicht das Lied einer Frau.
Es ist das Lied eines Menschen,
der sich weigert, auf einen Platz verwiesen zu werden.“
  

 

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