Life’s A Beach

Hochgeschätzte Leserschaft, werte Kritiker der reinen Vernunft, liebe Grenzgänger der Erkenntnis, liebes Rudel,

Immanuel Bock gilt mit Recht als der große Aufklärer, der Philosophenkönig des Waldes. Er hat das moralische Gesetz im Bock und den gestirnten Himmel über ihm als höchste Ehrfurchtsquellen ausgemacht – Popmusik und Tanz sind nicht so ganz sein Ding. Solches Zeug überläßt er dann lieber dem Kategorischen Imperativ. Aber: Mit philosophischem Ernst hat er Life’s A Beach von Touch & Go, einen Song, der sich jedem Ernst entzieht – und dabei, ganz nebenbei, doch berührt, untersucht. Immanuel Bock trifft auf Pop – und findet in der rhythmischen Leere eine neue Art von Erfahrung: den ästhetischen Schwindel. Kein Erkennen, kein Handeln – aber immerhin ein Urteil. 

kuschelbock.com: Der Baywatch Bock für die Kuschelbock Playlist
Der Imperativbock ist medienscheu, daher sehen Sie auf dem Bild seinen Bruder, den Baywatch Bock

Der Imperativbock über "Life’s A Beach" (Eine kurze Untersuchung des ästhetischen Urteils über das Banale)

Wenn man mit der Vernunft hört – und das sollte man – stellt sich bei diesem Stück Musik zunächst Verwunderung ein. Nicht wegen seines rhythmischen Aufbaus, der durchaus der systematischen Analyse fähig ist, sondern wegen des Titels. „Life’s A Beach“. Eine semantische Homophonie, ein Wortspiel, das im Klang an ein ordinäres englisches Fluchwort grenzt. Der Mensch, so scheint es, will hier das Leben gleichzeitig feiern und verdammen – und tut beides mit einem Lächeln, das auf sinnliche Weise leer erscheint.

Das erste, was auffällt, ist der Bass. Er ist schwer, pulsierend, sinnlich. Diese Musik entzieht sich dem Reich der Vernunft, bewegt sich ins Reich der Ästhetik, der Unbestimmtheit, wo Begriffe nicht mehr definieren, sondern nur noch andeuten. Dies ist nicht Musik zur Betrachtung. Es ist Musik zum Hüftschwingen.

Dann diese Stimme:
"I’ve got a gun in my hand but that gun won’t cock / My finger’s on the trigger but that trigger seems locked..."

Das ist, transzendental gesprochen, die Metapher einer blockierten Handlung. Der Wille intendiert eine Wirkung – doch die Kausalität bleibt aus. Freiheit in der Theorie, Ohnmacht in der Praxis. So muss sich der freie Wille fühlen, wenn er auf einen verschlossenen moralischen Kosmos trifft. Es ist der kategorische Imperativ in der Warteschleife.

Und weiter:
"And I can’t stop staring at the tick-tock clock..."

Zeit wird hier nicht als Kontinuum gedacht, sondern als psychologischer Druckpunkt. Die Zeit drängt nicht in Richtung Erkenntnis, sondern in Richtung nervöser Selbstauflösung. Der Mensch – entfremdet, allein mit sich, unfähig zum Entschluss, und dennoch lässig dabei.

Diese Musik ist keine Kantate auf das Gute. Sie ist kein Hymnus der Aufklärung. Sie ist das Gegenstück. Sie sagt: Alles könnte Bedeutung haben – tut es aber nicht.
Und eben darin liegt ihr Wert.

Denn wenn wir – nach den Regeln des Geschmacksurteils – ein solches Lied nicht aus Gründen bewerten, sondern im bloßen Gefühl des Gefallens, dann handeln wir nach der ästhetischen Idee: jener freien, zweckmäßigen, aber nicht zweckhabenden Form, die das Gemüt in Bewegung bringt, ohne Erkenntnis zu liefern.

Mit anderen Worten:
Touch & Go gelingt ein Kunstgriff. Sie liefern eine ironische Parabel in Tanzmusikform.
Sie sagen: Das Leben ist ein Strand – schön, leer, von Sand umgeben. Und irgendwo dazwischen geht der Mensch verloren. Mit Sonnenbrille

 

XOXO
Immmanuel Bock 

 

Rhythmisch kuscheln mit dem Kuschelbock! Hören Sie "Life’s A Beach" von Touch & Go selbst: In der Kuschelbock Playlist bei Spotify