Nothing Compares 2 U (Live)
Verehrte Leserinnen und Leser, liebe Chronisten der inneren Welt, allerliebstes Rudel,
Anaïs verwandelt in ihrer Freizeit Frösche zu Prinzen und sagt stets: "Ich bin entschlossen, mir keine Erfahrung, die sich mir bietet, entgehen zu lassen." Davon profitieren insbesondere jene, die mit ihr gemeinsam erfahren, sowie die Leser ihrer Tagebücher. Für uns hat sie sich "Nothing Compares 2 U (Live)" von Prince und Rosie Gaines hingegeben.
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| Anaïs, la biche expérimentée, über "Nothing Compares 2 U (Live)" von Prince & Rosie Gaines |
"Die Ekstase der Abwesennheit"
Anaïs Biche über "Nothing Compares 2 U (Live)" von Prince & Rosie Gaines
Ich hörte es in der Dunkelheit.
Es war kein Lied.
Es war ein Begehren, das seine Sprache vergessen hatte.
Prince stand da,
von Licht umhüllt wie ein gefallener Engel mit zu viel Talent,
und Rosie Gaines –
eine Priesterin des Verlusts –
antwortete ihm,
nicht mit Worten,
sondern mit einer Stimme,
die aus der Gebärmutter des Kosmos zu kommen schien.
Nothing Compares 2 U.
Das ist kein Satz.
Das ist ein Stöhnen,
das aus dem leeren Bett aufsteigt,
in dem der Körper zwar fehlt,
aber der Abdruck auf dem Laken noch warm ist.
Ich habe in Paris gelebt,
inmitten von Tagebüchern und Brüsten,
von Flüsternächten und Vibrationen,
die sich nie mit der Sprache der Männer zufriedengaben.
Aber als ich dieses Lied hörte,
wusste ich:
Hier spricht der Schmerz nicht männlich oder weiblich,
nicht schwarz oder weiß,
nicht gestern oder morgen.
Hier spricht nur eines:
Das Fehlen.
Die Live-Version trägt keine Maske.
Sie zittert.
Sie fleht.
Sie gibt sich hin –
nicht einem Publikum,
sondern dem eigenen Echo.
Prince singt,
als würde er sich auflösen wollen
zwischen jedem Ton.
Rosie antwortet,
nicht wie eine Sängerin,
sondern wie eine Zeugin,
die aus dem Innersten eines brennenden Herzens berichtet.
Sie zerreißen sich –
nicht aus Eitelkeit,
sondern aus Hingabe.
Und ich,
die ich so oft die Liebe seziert habe wie eine Botanikerin ein Gewächs unter Glas,
erkenne:
Hier ist nichts zu analysieren.
Nur zu atmen.
Nur zu weinen.
Denn wenn zwei Stimmen so eng verwoben sind,
dass sie einander nicht antworten,
sondern umkreisen,
dann ist das Musik,
die nicht aufhören will,
weil sie weiß,
dass Schweigen tödlicher ist als jede falsche Note.
Ich erinnere mich an einen Geliebten,
der mir einmal sagte:
„Du bist das einzige Geräusch, das ich höre, wenn ich allein bin.“
Dieses Lied ist genau dieses Geräusch.
Ein Hauch.
Ein Klagen.
Ein Beweis,
dass Liebe überleben kann,
auch wenn nichts mehr übrig ist
als eine Melodie
und eine Wunde,
die man jeden Abend neu singt.
XOXO
Anaïs Biche.
Rhythmisch kuscheln mit dem Kuschelbock! Hören Sie "Nothing Compares 2 U (Live)" von Prince & Rosie Gaines selbst: In der Kuschelbock Playlist bei Spotify
Der Kuschelbock merkt an: Mehr zur Live-Version von „Nothing Compares 2 U“ bei den MTV Video Music Awards gibt es beim Meister selbst: prince.com
