Baby, We Better Try To Get It Together
Verehrte Leserinnen und Leser, Liebhaberinnen und Liebhaber des unvergleichlichen Baritons, Versteherinnen und Versteher des unendlichen Lovesongs und geschätzte Träumerinnen und Träumer der Ekstase, allerliebstes Rudel,
ein paar Dinge sollten wir schon klarstelllen, bevor wir uns gleich mehreren, ganz außergewöhnlichen Rezensionen des Barry White Klassikers "Baby, We Better Try To Get It Together" zuwenden.
Eine Playlist ohne Barry White ist keine Playlist, sondern eine bloße Aneinanderreihung von Geräuschen mit Sendungsbewusstsein.
Man muss sich das klar machen: Barry White ist nicht ein Künstler unter vielen, er ist die Gravitation. Alles andere sind Satelliten, Asteroiden oder lose herumirrende Kometen mit Akustikgitarre. Eine Playlist ohne ihn kreist um nichts. Sie driftet. Sie verliert früher oder später die Orientierung und beginnt, Coldplay für emotional zu halten.
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| Im Bild: Der Eintänzerbock mit dem brasilianischen Topmodel Pisa Com O Veado, schwofend zu Barry White |
Barry Whites Stimme ist kein Gesang, sie ist ein Naturereignis. Tektonik. Ein sonorer Kontinentalverschiebungsprozess. Ohne diese Stimme fehlt jeder Playlist der Maßstab für Tiefe. Man kann ohne Barry White gar nicht wissen, ob ein Bass wirklich tief ist oder nur so tut, als hätte er mal ein philosophisches Seminar besucht.
Hinzu kommt: Eine Playlist ohne Barry White hat keine Körpertemperatur. Sie bleibt bei angenehmen 19 Grad Raumluft und wundert sich, warum niemand anfängt, sich unauffällig Hemdknöpfe zu öffnen. Barry White ist das Thermostat der Musikgeschichte. Ohne ihn weiß Musik nicht, dass sie schwitzen darf.
Abstruser, aber zwingend: Barry White ist der einzige Musiker, dessen Stimme gleichzeitig ein Sofa, ein Kamin und ein leicht anzüglicher Blick über den Rand eines Cognacglases ist. Mehr noch: Seine Musik ist das Initium des rhythmischen Kuschelns, jener Urbewegung, bei der zwei Körper beschließen, sich nicht zu bewegen, sondern gemeinsam in einen sehr langsamen Takt zu fallen. Eine Playlist ohne Sofa oder gar ein Bett ist barbarisch. Man kann Musik nicht die ganze Zeit im Stehen hören, das ist kulturell unzumutbar.
Außerdem fehlt ohne Barry White die Referenz für Zeit. Seine Songs sind so getaktet, dass sie Raum krümmen. Sie lehren Geduld. Sie erklären Minuten für überbewertet. Eine Playlist ohne Barry White ist chronologisch unzuverlässig. Sie spielt drei Minuten und behauptet frech, es seien Gefühle passiert.
Und schließlich – der entscheidende Punkt – ist eine Playlist ohne Barry White moralisch fragwürdig. Sie verweigert Bock und Mensch die Erinnerung daran, dass Verführung auch freundlich, warm, großzügig und baritonstark sein kann. Dass Erotik nicht flüstern muss, sondern auch mit Samtvorhang und Orchestergraben auftreten darf.
Kurzum:
Eine Playlist ohne Barry White ist wie ein Liebesbrief ohne Vokale, ein Hai ohne Appetit, ein Hirschbock ohne Geweih oder ein Sonnenuntergang, der sagt: „Sorry, heute nur Grau.“
Sie funktioniert technisch.
Aber sie meint es nicht ernst.
Tauchen wir ein in den opulenten Rhythmus der Romantik
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| Die Sex-Hirschkuh über Barry White |
die Sex-Hirschkuh, über „Baby, We Better Try to Get It Together“ von Barry White
Ach wissen Sie,
wenn Barry White singt,
dann glauben viele von uns,
es geht um Sex.
Und ja – natürlich geht es um Sex.
Aber nicht so, wie Sie denken.
Dieser Song ist kein Vorspiel.
Er ist eine Sitzung.
Barry White sagt nicht:
„Komm zu mir.“
Er sagt:
„Setz dich hin. Wir müssen reden.“
Nur eben mit dieser Stimme,
bei der manche Menschen sofort vergessen,
dass Reden dazugehört.
Hören Sie genau hin:
“Baby, we better try to get it together.”
Das ist kein Befehl.
Das ist eine Diagnose.
Und eine Einladung.
Er spricht von Verwirrung,
von Nähe, die nicht mehr weiß,
wie sie sich ausdrücken soll.
Von Körpern, die sich kennen,
aber aneinander vorbeireden.
Das ist sehr häufig.
Sehr menschlich.
Und völlig normal.
Was mir gefällt –
und das ist wichtig –
ist, dass dieser Mann Geduld hat.
Er hetzt nicht.
Er drängt nicht.
Er weiß:
Gute Beziehungen entstehen nicht durch Intensität,
sondern durch Synchronisation.
Der Rhythmus des Songs ist langsam,
fast therapeutisch.
Er gibt Raum zum Atmen.
Und glauben Sie mir:
Atmen ist unterschätzt.
Viele Paare denken,
wenn es schwierig wird,
stimmt etwas nicht mit der Liebe.
Barry White widerspricht.
Er sagt:
Vielleicht stimmt etwas nicht mit der Kommunikation.
Und das ist eine gute Nachricht!
Denn Kommunikation kann man lernen.
Liebe nicht immer.
Dieser Song ist ein Plädoyer
für das gemeinsame Nachjustieren.
Für das Anerkennen von Differenz.
Für den Mut, nicht sofort wegzugehen,
nur weil es kompliziert wird.
Und ja –
es ist auch ein sehr erotischer Song.
Aber nicht, weil er explizit ist.
Sondern weil er etwas sehr Reifes zeigt:
Zwei Menschen,
die sich genug begehren,
um einander ernst zu nehmen.
Also, meine Lieben:
Wenn Sie diesen Song hören,
tanzen Sie ruhig ein bisschen.
Aber hören Sie auch zu.
Denn manchmal ist das Sexieste von allem
ein Satz wie:
„Wir sollten versuchen,
das gemeinsam hinzubekommen.“
Und damit –
sind wir schon mitten im Thema.
XOXO 💋
Dr. Ruth Hirschkuh
Rhythmisch kuscheln mit dem Kuschelbock! Hören Sie „Baby, We Better Try to Get It Together“ von Barry White selbst: In der Kuschelbock Playlist bei Spotify
Für Kenner des opulenten Arrangements, Dirigenten des eigenen Herzschlags
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| Hellmuth Bock, der Doppler-Bock |
„Die Rückkehr der tiefen Stimme“ - Hellmuth Bock über "Baby, We Better Try To Get It Together" von Barry White
Es gibt Songs, die wollen verführen.
Und es gibt Songs, die wissen, dass die Verführung bereits geschehen ist – und man nun die Rechnung teilen muss.
Baby, We Better Try To Get It Together ist ein solcher Song.
Er kommt nicht mit Rosen, sondern mit einem Seufzer.
Ein großer Mann – mit noch größerer Stimme – bittet um ein bisschen Vernunft im Boudoir.
Das ist selten geworden, nicht nur im Pop.
Barry White war immer ein Ereignis.
Schon seine Stimmlage, irgendwo zwischen Gewittergrollen und Seelentapete, wäre heute vermutlich ein Algorithmus.
TikTok hätte ihn längst in Loops verwandelt, dreißig Sekunden mit Rasierschaum und Lippenbekenntnis.
Doch dieser Song hier – dieser Song hat eine Länge, ein Zögern, ein bittersüßes Langformat.
Er braucht nicht swipen, er bleibt.
White spricht – ja, spricht! – lange, bevor er überhaupt singt.
Er erklärt, er bittet, er diagnostiziert: „I know we’ve had our problems.“
Und dann, wie ein Mann, der seinen Maßanzug nicht mehr zukriegt, weil das Leben an ihm genagt hat, bittet er: Baby... we better try to get it together.
Es ist keine Drohung. Keine Pose.
Es ist: Nachsicht mit sich selbst.
Musikalisch ist das natürlich Disco-Soul vom Feinsten, mit Streichern, die wie Vorhänge aus Samt fallen, mit Beats, die nicht drängen, sondern tragen.
Und doch – da ist diese Melancholie.
Diese Ahnung, dass Liebe auch Arbeit ist.
Dass es nicht reicht, nur Barry White zu sein.
Man muss auch zuhören.
Heute wirkt so ein Song fast revolutionär.
Nicht nur wegen des Tempos – langsam ist das neue radikal –
sondern, weil er sich traut, die Liebe nicht als Höhenflug, sondern als gemeinsamen Anflug von Reife zu besingen.
Ich sehe ihn vor mir, diesen Barry White.
Wie er mit seiner Stimme ein Paartherapie-Seminar hält, das mehr bewirkt als fünf Podcasts über Bindungsangst.
Weil er nicht recht haben will. Sondern nur nicht verlieren.
Baby, we better try to get it together.
Das klingt heute fast politisch.
Und sehr, sehr menschlich.
XOXO
Hellmuth Bock
Für Botschafter der Intimität, Meister der zärtlichen Geste
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| Bockiot über Barry White |
Es gibt Situationen im Leben, in denen man sich liebt, aber dennoch nicht weiterweiß. Man sitzt sich gegenüber, es ist alles gesagt – nur eben nicht das Richtige. Genau in solchen Momenten entsteht jener feine, kaum hörbare Ernst, den Vicco von Bock so meisterhaft beschreibt: Dort, wo Gefühle groß sind, aber die Umgangsformen kleinlich werden. Wo Liebe vorhanden ist, aber leider nicht richtig einsortiert.
Der Bockiot über „Baby, We Better Try to Get It Together“ – Barry White
Barry White singt dieses Lied mit einer Stimme, die klingt, als hätte sie schon mehrere Wohnzimmer eingerichtet und mindestens zwei Sofas gerettet. Man hört sofort: Dieser Mann meint es ernst. Nicht leidenschaftlich ernst, sondern sachlich. Fast könnte man glauben, er habe vor dem Gesang kurz die Hände gefaltet und gesagt: So. Dann wollen wir mal.
„Baby, we better try to get it together“ ist kein Liebesgeständnis, sondern eine Tagesordnung. Punkt eins: Gefühle. Punkt zwei: Missverständnisse. Punkt drei: Wer hat eigentlich den letzten Vorwurf gemacht? Barry White trägt diese Punkte mit einer Ruhe vor, die an einen sehr geduldigen Ehemann erinnert, der beschlossen hat, nicht aufzustehen, bevor das Gespräch beendet ist.
Denn hier wird nicht gestritten, hier wird moderiert. Diese Stimme duldet keine Hysterie. Sie erlaubt Emotionen – aber bitte nur in Zimmerlautstärke. Man darf traurig sein, verletzt, sogar ein wenig enttäuscht, aber bitte nicht durcheinander. Ordnung muss sein. Auch in der Liebe.
Das Komische liegt im Kontrast: Diese gewaltige Stimme für einen erstaunlich bescheidenen Wunsch. Kein „Ich brauche dich“, kein „Ich kann nicht ohne dich“. Nur: Lass uns das bitte noch einmal vernünftig versuchen. Man spürt förmlich, wie jemand den Couchtisch beiseiteschiebt, um Platz für ein klärendes Gespräch zu schaffen.
Am Ende bleibt ein Lied, das wirkt wie ein gut gemeinter Eheberatungstermin, bei dem niemand schreit und alle noch Kuchen essen dürfen.
XOXO
Vicco von Bock
Der Kuschelbock merkt an: Es wäre fahrlässig, nicht zu erwähnen, dass Barry White nachweislich Leben rettet. Nicht metaphorisch, nicht gefühlt, sondern popkulturell belegt. Die Fun Lovin’ Criminals haben in „Love Unlimited“ dokumentiert, wie Barry Whites Musik in akuten Momenten existenzieller Schieflage interveniert – als akustischer Defibrillator für Menschen, die kurz davorstehen, falsche Entscheidungen zu treffen. Wenn selbst Gangster, Erzähler mit schlechten Lebensläufen und urbane Randfiguren innehalten, sobald Barry White einsetzt, dann ist klar: Diese Stimme verhindert Eskalation. Eine Playlist ohne Barry White ist also nicht nur sinnlos, sie ist potenziell gefährlich.



