Enjoy the Silence

Sehr geehrte Damen und Herren, Freunde der Freude, liebes Rudel,

Friedrich aus Marbach am Neckar ist unter all den Koryphäen, die hier im Blog aufschlagen, jener, der vermutlich die dicksten Bretter bohrt. Wenn der Dramatiker des Erhabenen, Philosoph der Freiheit und heimliche Patron der Nacht nicht mit seinem Bro J.W. um die Häuser zieht, steht er in Clubs an den Decks und feilt an Basslinien, die selbst der Schwerkraft Respekt abnötigen. Friedrich nennt sein Set: "In deiner Pulse treibender Gewühl", welches er im stetigen Austausch (über den metaphysischen Mehrwert gut gelegter Drops) mit seiner langjährigen Wahlverwandten Vibrella erarbeitet hat.

Für die Kuschelbock Playlist hat er sich mit einen Song außerhalb seiner Running Order auseinandergesetzt und infolgedessen bei "Enjoy The Silence" in der Interpretation von Carla Bruni das Ernsthafte im Spielerischen, das Sittliche im Ästhetischen, das Erhabene im Zerbrechlichen entdeckt.

kuschelbock.com: MC Dichterbock für die Kuschelbock Playlist
Friedrich Bock, aka MC Dichterbock, über "Enjoy the Silence"

MC Dichterbock über "Enjoy the Silence" in der Interpretation von Carla Bruni (Ein Brief an die Seele, verfasst im Stillen)

„Words are very unnecessary, they can only do harm“
Was für eine erstaunliche Behauptung in einer Zeit,
da der Lärm des Sinnlosen den Menschen täglich betäubt!
Und doch, Madame Bruni haucht diesen Satz nicht als Angriff auf das Wort,
sondern als Verteidigung der Empfindung.

Wenn Kant das Erhabene als das bezeichnet,
was unsere Begriffe übersteigt,
dann ist es wohl diese Stille,
von der hier gesungen wird –
nicht als Abwesenheit,
sondern als Form höherer Gegenwart.

Sie, verehrte Sängerin, verachten das Wort nicht –
Sie umgehen es.
Mit jener Anmut,
die sich nicht aus einem Übermaß an Gefühl,
sondern aus der Einsicht in seine Unverfügbarkeit speist.
Ihre Stimme ist nicht Ausdruck,
sie ist Andeutung.

Die Instrumentierung – zurückgenommen bis an den Rand des Verstummens –
verweist auf jene innere Welt,
in der der Mensch mehr ist als Akteur in einem Lärmspiel:
Er wird Subjekt,
nicht durch das, was er sagt,
sondern durch das, was er verschweigt.
Denn der Mensch ist frei,
wo er schweigen kann,
obwohl er sprechen dürfte.

Ich gestehe:
Diese Version rührt mich tiefer als so manches Pathos.
Denn in ihr liegt das,
was ich in der „ästhetischen Erziehung des Menschen“ zu beschreiben suchte:
Die Veredelung der Sinne
führt zur Erhebung der Seele.
Und diese Stimme –
die nicht fordert, nicht klagt, nicht drängt –
führt eben dorthin.

 

XOXO
Friedrich Bock


„Nicht jedes Schweigen ist Verzicht.
Es gibt eines, das spricht –
von mehr, als Worte je fassen könnten.“

 

Rhythmisch kuscheln mit dem Kuschelbock! Hören Sie "Enjoy the Silence" in der Interpretation von Carla Bruni selbst: In der Kuschelbock Playlist bei Spotify