From Paris With Love
Sehr geehrte Leserinnen und Leser, Versteher der Kälte, werte Chronisten des Circus, liebstes Rudel,
wie so viele prominente Böcke des Rudels hat auch John LeBouc eine Vergangenheit im Nachrichtendienst ihrer Majestät. Seine Karriere begann als
Mitarbeiter des britischen Geheimdienstes MI5 und MI6. Das dort erworbene, umfangreiche Wissen hat er in sehr anspruchsvollen Spionageromanen (Der Bock, der aus der Kälte kam
usw.) verarbeitet, welche sich durch ihre realistische Darstellung von
Geheimdienstoperationen auszeichnen. Auf dem Bild hier
sehen Sie John, im öffentlichen Raum, im Austausch mit einer bislang nicht identifizierten Nachrichtenquelle.
Ein Kommentar, geschrieben irgendwo zwischen Montparnasse und einem Flughafen. John LeBouc über "From Paris With Love" von Melody Gardot.
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| John, der Understatement-Bock, über "From Paris With Love" von Melody Gardot |
John LeBouc, der Understatement-Bock, entschlüsselt "From Paris With Love" von Melody Gardot
Es gibt Lieder, die sind keine Musikstücke.
Sie sind Kurierdienste.
„From Paris with Love“ ist so eines.
Keine Show, kein Glamour.
Es spricht wie ein Brief aus Zeiten,
in denen Menschen noch schrieben,
statt zu senden.
Paris.
Diese Stadt ist längst ein Mythos,
eine Kulisse,
die jeder Tourist für sich beansprucht
und die doch immer jemand anderem gehört.
Aber wenn Melody Gardot sie ansingt,
dann geschieht etwas Seltsames:
Die Stadt wird wieder leise.
Keine Lichter, keine Postkarten,
nur das Ticken einer Wanduhr,
das Geräusch eines Mantels,
der über eine Sessellehne gleitet.
Und dann diese Zeile:
„A message to you / From Paris with love“
Ich habe solche Botschaften gesehen.
Manchmal waren sie in Codes versteckt.
Manchmal in Parfüm.
Aber selten waren sie so offen.
Was sie da sagt,
ist keine Einladung.
Es ist eine Bezeugung.
Paris, in dieser Version,
ist nicht mehr Hauptstadt der Liebe —
sondern ein letzter,
vielleicht vorletzter Ort,
an dem man sich noch anständig verabschieden kann.
Der Song erinnert mich an einen Agenten,
den ich einmal kannte —
einer der Letzten seiner Art.
Er trug einen Schal und sprach fünf Sprachen,
aber nur eine davon ehrlich.
In seinen Taschen: zwei Pässe,
eine Zigarette ohne Feuer,
und ein Brief —
ohne Adresse,
aber mit Duft.
Wenn ich diesen Song höre,
höre ich ihn sagen:
„Es war alles vielleicht falsch,
aber ich habe es versucht.
Und das ist mein letzter Versuch.“
Paris ist nicht das Ziel.
Es ist der Absender.
Und manchmal reicht das schon.
XOXO
John LeBouc
Rhythmisch kuscheln mit dem Kuschelbock! Hören Sie "From Paris With Love" von Melody Gardot selbst: In der Kuschelbock Playlist bei Spotify
Der Kuschelbock merkt an: Die eine oder andere bereits entschlüsselte Nachricht zu Meldody Gardots "From Paris with Love" wurde bereits ausgewertet und der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
