Mercy, Mercy Me / I Want You (Medley)
Sehr verehrte Leserschaft, liebe Ästheten und Designliebhaber, liebstes Rudel,
es ist uns eine Herzenssache und entspricht zudem unserem Bildungsauftrag, dass wir Ihnen, werte Leser, neben Musik, Literatur und Kunst auch die typischen Lebenswelten unseres Rudels ein wenig näher bringen. In diesem Sinne möchten wir Ihre Aufmerksamkeit auf ein besonderes Möbelstück lenken. Es hat seinen Platz in eigentlich jedem Haushalt, dem ein gestandener Hirschbock oder eine kompetente Hirschkuh vorsteht bzw. vorsitzt. Der Egg Chair. Dieses außerordentliche Möbelstück, einst entworfen mit menschlichen Proportionen im Hinterkopf, hat sich im Laufe der Jahre als erstaunlich geweihkompatibel erwiesen und damit endgültig in den Kanon kuschelbockrelevanter Einrichtungsgegenstände eingeschrieben.
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| Susanne Hirschkuh: Zwischen Brunft und Groove – Der Egg Chair als Lebenshaltung |
Sitzen mit Aussicht – Der Egg Chair im Kontext angewandter Kuschelkultur
Ein Beitrag unter dem Einfluss von „Mercy, Mercy Me / I Want You“ (Robert Palmer)
Man kann ganz wunderbar drin, drüber, drunter und drumherum kuscheln. Insbesondere rhythmisches Kuscheln bietet sich an, denn das Möbel bietet einen besonderen Vorteil. Zwar wird es immer wieder als eine Neuinterpretation eines Ohrensessels beschrieben, der Negativraum zwischen den vermeintlichen Ohren hat jedoch einen anderen Sinn. Er ist geweihgerecht. Die skulpturale Wölbung ist somit nicht nur ein Designelement, das dem Sitzmöbel seine natürliche Spannung verleiht, es sorgt auch dafür, dass sich ein jeder Geweihträger völlig entspannt zurücklehnen kann, ganz ohne sich Sorgen um sein Gehörn zu machen. Erste Studien aus der Forschungsgruppe Kuschelbock legen nahe, dass genau in diesem Moment – wenn Rücken, Polster und Geweih eine fragile Allianz eingehen – eine Form von Ruhe entsteht, die man bislang nur aus sehr guten Soul-Aufnahmen kannte.
Und hier schließt sich der Kreis. Denn sobald „Mercy, Mercy Me / I Want You“ von Robert Palmer den Raum betritt, verändert sich die Statik des Egg Chairs merklich. Das Möbel beginnt nicht zu schwingen – es erinnert sich an Bewegung. Die Sitzschale wird zum Resonanzkörper, das Leder zum leisen Komplizen, und die darin sitzende Hirschkuh oder der verweilende Hirschbock wird Teil eines Arrangements, das irgendwo zwischen Designklassiker und sehr langsamem Tanz angesiedelt ist. Man sitzt nicht mehr, man wird gehalten. Vom Sessel, vom Song, von der diffusen Gewissheit, dass alles gerade genau richtig ist.
Es wäre übertrieben zu behaupten, der Egg Chair sei für diesen Song entworfen worden. Aber es wäre fahrlässig, es auszuschließen.
XOXO
Ihr Kuschelbock
Rhythmisch kuscheln mit dem Kuschelbock! Hören Sie "Mercy, Mercy Me / I Want You (Medley)" von Robert Palmer selbst: In der Kuschelbock Playlist bei Spotify
